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Was wird aus der Glaubensfreiheit

Jakarta  – Die Präsidentschaftswahl….

….im überwiegend muslimischen Indonesien schürt Befürchtungen, dass die Glaubensfreiheit religiöser Minderheiten weiter eingeschränkt wird. Am 9. Juli waren in dem südostasiatischen Land rund 190 Millionen Stimmberechtigte zu den Wahlurnen gerufen. Zwei Kandidaten bewarben sich um die Nachfolge von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, der nach seiner zehnjährigen Amtszeit nicht mehr antreten durfte. Christen setzen ihre Hoffnung überwiegend auf den ehemaligen Gouverneur der Hauptstadt Jakarta, Joko Widodo, genannt „Jokowi“. Er gilt als indonesischer „Obama“, dem er auch ähnlich sieht. Von ihm versprechen sich religiöse Minderheiten eher Schutz als von seinem Kontrahenten, Ex-General Prabowo Subianto. Beide sind Muslime, doch wird Prabowo auch von Extremisten unterstützt. „Wenn er gewählt wird, wird die religiöse Intoleranz

in dem bevölkerungsreichsten islamischen Staat noch weiter zunehmen“, sagt Ulrich Delius (Göttingen), Asienreferent die Gesellschaft für bedrohte Völker, voraus. Eine Stunde nach Schließung der Wahllokale lag Jokowi nach ersten Hochrechnungen mit 52,6 Prozent vor Prabowo (47,4 Prozent). Dessen Wahl wäre ein laut Delius ein „katastrophales Zeichen für Südostasien“, da die Religionsfreiheit auch in Malaysia, Vietnam, Laos und Birma massiv gefährdet sei. In Indonesien gebe es schon heute mindestens 147 Verordnungen und Gesetze, die Christen, Schiiten, Sufis, Ahmadiyyah, Buddhisten, Bahai’i, Hindus und Anhänger von Stammesreligionen diskriminieren.

Die beiden Präsidentschaftskandidaten: Joko Widodo (links) und Prabowo Subianto. Fotos: picture-alliance/AP Photo

Die beiden Präsidentschaftskandidaten: Joko Widodo (links) und Prabowo Subianto. Fotos: picture-alliance/AP Photo

Übergriffe auf Minderheiten nehmen zu

Die Zahl der Angriffe auf Nicht-Sunniten hat laut Delius stetig zugenommen. Wurden 2009 noch 200 Übergriffe registriert, so waren es 2012 bereits 264. Nicht nur öffentliche Proteste religiöser Extremisten beschnitten die Glaubensfreiheit, sondern auch umstrittene Anordnungen der Kommunen. So hätten im Jahr 2012 mindestens 50 Kirchen auf Anweisung der Behörden ihre Türen schließen müssen. Zudem hätten Auseinandersetzungen zwischen ethnischen und religiösen Gemeinschaften im Jahr 2013 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Bei 153 Auseinandersetzungen seien 203 Menschen getötet worden. Delius: „Die Eingriffe in die Religionsfreiheit und die zunehmende Hetze gegen Andersgläubige haben ein Klima der Intoleranz geschaffen, das eine weitere Demokratisierung der früheren Militärdiktatur massiv behindert.“

Christen: Es wird in jedem Fall Gewalt geben

Indonesische Christen befürchten, dass es in jedem Fall nach der Wahl zu Spannungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. Falls Jokowi gewinnen sollte, was viele Christen hoffen, werde die andere Seite alles versuchen, die Wahl anzufechten und seinen Amtsantritt zu vereiteln. Auch wenn Prabowo zum Sieger erklärt werde, könnte es zu Demonstrationen kommen. Schon vor der Wahl sei es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen beiden Lagern gekommen. Von den rund 240 Millionen Einwohnern Indonesiens sind 80 Prozent Muslime, 16 Prozent Christen, zwei Prozent Hindus sowie jeweils ein Prozent Buddhisten und Angehörige von Stammesreligionen.

Quelle: idea

Autor:

Hallo, ich bin Achim, von Beruf Druckereikaufmann und Vorsitzender von "Haus des Lebens e.V." "Christsein so wie es Jesus gemeint hat, auf das alle die freimachende Botschaft für ein neues Leben hören" Das ist mein Lebensmotto in Beruf und Freizeit. Die Menschen in Indonesien sind mir da besonders wichtig. Über Deine Unterstützung würde ich mich sehr freuen ;-) Du findest uns auch auf Facebook

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